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Liebes Lotus-Team,
ich war mit Lotus Travel sehr zufrieden. Gerne möchte ich Ihnen meinen Erfahrungsbericht zur Verfügung stellen.
Nach langer Vorfreude war es nun endlich soweit: Mein Traum sollte wahr werden und ich saß im Flieger nach Indien. Ich war auf das Schlimmste vorbereitet: Mein Gepäck kommt nicht an, am Flughafen werde ich von Taxifahrern und bettelnden Kindern überrannt, der Typ von Idex holt mich nicht ab, ich vertrage die Hitze nicht, etc., etc., etc.
Und deshalb war ich von Indien am Anfang total positiv überrascht. Keine meiner Befürchtungen traf ein. Ich wurde vom Flughafen abgeholt. Das Hotel war okay. Es war bei weitem nicht so heiß wie gedacht. Das Essen war superlecker und in Nordindien wird auch nicht so scharf gekocht. Den ersten Tag habe ich dann mit anderen Volunteers genützt ein bisschen Delhi anzuschauen. Denn am nächsten Tag ging es schon weiter nach Jaipur zur Einführungswoche. Für vier Tage wohnten wir dann bei Gastfamilien. Unsere war super nett. Der Vater hatte extra Urlaub genommen und so einen leckeren Chai wie den von unserer Gastmutter habe ich später nie wieder bekommen. Sie haben selber von sich gesagt, dass sie eine „well educated“-Familie sind und deshalb auch etwas moderner. Die Mutter arbeitet als Schulleiterin. In einer anderen Gastfamilie durfte die Frau hingegen das Haus nicht ohne ihren Mann verlassen. So wurde uns ein kleiner Einblick in das Leben einer indischen Familie gegönnt und die Leute von Idex haben uns auf die Volunteer-Arbeit vorbereitet und uns ein paar Wörter Hindi beigebracht. Idex drängt auch sehr darauf, dass die weiblichen Vounteers sich indische Kleider zulegen (Stoffe kaufen und beim Schneider nähen lassen). Das habe ich mit Freude getan. Jedoch hat sich im nach hinein gezeigt, dass das in Palampur günstiger und stressfreier geht, als in den wenigen Tagen, die einem in Jaipur zur Verfügung stehen.
Dann ging es mit dem Nachtzug nach Himachal Pradesh in das Städtchen Palampur. Palam heißt „Regen“ und das traf auch zu, denn im Juli, als ich ankam, war gerade Monsun-Zeit. Das hieß mindestens eine Stunde am Tag Platzregen, aber danach gleich wieder Sonnenschein. Am ersten Tag wurden erstmal die verschiedenen Projekte besichtigt (Grundschule, Kindergarten, Englisch für Erwachsene, Computerunterricht für Erwachsene, Schule für geistig Behinderte, Waisenhaus). Abends erfolgte dann die Einteilung. Etliche waren sehr enttäuscht, weil sie nicht in ihr Wunschprojekt gekommen sind. Aber ich war für alles offen und habe schließlich am nächsten Tag mit vier anderen Mädels zusammen einen Ferienkurs in einer Grundschule gestartet. Unsere Kinder waren so zwischen 5 und 11 Jahre alt, also zwischen ABC schreiben lernen und einfache Sätze in Englisch bilden können. Es hat echt Spaß gemacht mit den Kids. Jedoch war es jeden Tag eine Überraschung wie viele Kinder kommen und ob es noch dieselben sind wie am Tag zuvor. Nur ein Einziger war die ganzen drei Wochen von Anfang bis Ende dabei.
Viele von uns waren nur im 4-Wochen-Programm und so wurden die Projekte nach der Hälfte der Zeit neu verteilt. Ich hatte mich entschieden in die Schule für geistig Behinderte zu gehen. Dort wird wirklich Hilfe benötigt und es war eine tolle Erfahrung zu sehen mit wie wenig man die Kinder glücklich machen kann. Aber man muss auch akzeptieren lernen, dass die Art wie Inder mit Behinderten umgehen, nicht gerade die Art ist, wie man das hier in Deutschland tun würde.
Was ich so schön fand an der Reise, war die Tatsache, dass man die ganze Zeit sein zu Hause im Camp hatte. Aber trotzdem kann man viel von dem Land sehen. Ich bin kein einziges Wochenende im Camp geblieben. Die Trekkingtour und der Ausflug nach Amritsar sind beim Programm dabei. An den anderen Wochenenden haben wir Volunteers uns selbst etwas organisiert. Entweder haben wir einen Jeep mit Fahrer gemietet oder sind mit dem „public bus“ los. Die Leute von Idex helfen gerne beim organisieren und haben Tipps, was man anschauen kann. Ein absolut dicker Pluspunkt ist die Nähe zu Dharamshala/McLeodGanj, dem Exilsitz des Dalai Lama. Nur 1,5 Stunden von Palampur entfernt und eine ganz andere Welt, die des Buddhismus, aber auch der Touristenmengen. Wir hatten das Große Glück, das der Dalai Lama ein „public teaching“ gegeben hat zu der Zeit als wir dort waren und wir ihn so „live“ erleben konnten. Am Ende des Programms bin ich noch eine Woche zusammen mit einem anderen Volunteers durch Indien gereist. Und wie es sich für jeden Indien-Reisenden gehört, haben auch wir zum Abschluss noch den Taj Mahal besucht.
Die Zeit in Indien war wunderschön. Und ich glaube dadurch, dass ich nicht mit hohen Erwartungen nach Indien gereist bin, wurde ich auch nie enttäuscht, sondern immer nur positiv überrascht. Aber wie auch die Vorabinfo schon sagt, man muss sich auf eine andere Kultur einlassen und man darf nicht erwarten, dass Idex alles perfekt organisiert. Z.B. gab es kaum eine Jeep-Fahrt ohne Reifenpanne. So ist Indien eben. Ich bin in Indien sehr viel gelassener geworden.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Hauff
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